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Es gab einen kritischen Fehler auf deiner Website

Aktualisiert am 12. Oktober 2026

Sie rufen Ihre Website auf und statt Ihrer Startseite erscheint nur ein Satz: „Es gab einen kritischen Fehler auf deiner Website.“ Manchmal ergänzt um den Hinweis, dass Sie Ihren E-Mail-Posteingang prüfen sollen. Das wirkt dramatisch, ist aber in den meisten Fällen gut lösbar – und Ihre Inhalte sind in aller Regel nicht verloren.

Kurz zusammengefasst

  • Die Meldung bedeutet: Ein PHP-Fehler („Fatal Error“) bricht WordPress ab.
  • Häufigste Ursachen: ein Plugin- oder Theme-Update, eine neue PHP-Version beim Hoster, zu wenig Arbeitsspeicher.
  • Der schnellste Weg zur Ursache ist das WordPress-Debug-Log.
  • Das verursachende Plugin deaktivieren Sie notfalls per FTP, indem Sie seinen Ordner umbenennen.

Was bedeutet die Meldung genau?

Seit Version 5.2 fängt WordPress schwere PHP-Fehler ab. Statt einer leeren Seite oder einer technischen Fehlermeldung sehen Besucher den Hinweis auf einen „kritischen Fehler“. Gleichzeitig verschickt WordPress an die Administrator-Adresse eine E-Mail mit dem Betreff „Deine Website hat ein technisches Problem“. Darin steht, welches Plugin oder Theme den Fehler ausgelöst hat, und ein Link zum sogenannten Wiederherstellungsmodus.

Die häufigsten Ursachen

  • Plugin-Update: Ein aktualisiertes Plugin verträgt sich nicht mit Ihrem Theme, einem anderen Plugin oder Ihrer PHP-Version.
  • Theme-Update oder Änderungen an der functions.php: Schon ein fehlendes Semikolon reicht für einen Fatal Error.
  • Neue PHP-Version: Viele Hoster stellen ältere PHP-Versionen automatisch auf PHP 8.x um. Ältere Plugins und Themes nutzen dann Funktionen, die es nicht mehr gibt.
  • Zu wenig Arbeitsspeicher: Die Meldung „Allowed memory size … exhausted“ im Log zeigt, dass das PHP-Speicherlimit nicht reicht.
  • Abgebrochenes Update: Unvollständig übertragene Core-Dateien führen ebenfalls zu Fatal Errors.

Schritt 1: E-Mail zum Wiederherstellungsmodus prüfen

Sehen Sie im Postfach der Administrator-Adresse nach – auch im Spam-Ordner. Über den Link in der E-Mail melden Sie sich im Wiederherstellungsmodus an. Das fehlerhafte Plugin ist dort pausiert, und Sie können es unter Plugins deaktivieren oder durch eine ältere Version ersetzen. Kam keine E-Mail an, geht es mit Schritt 2 weiter.

Schritt 2: Debug-Log aktivieren und die Ursache finden

Verbinden Sie sich per FTP oder SFTP mit Ihrem Webspace (die Zugangsdaten finden Sie im Kundenmenü Ihres Hosters) und öffnen Sie die Datei wp-config.php im Hauptverzeichnis. Fügen Sie oberhalb der Zeile /* That's all, stop editing! */ bzw. /* Das war's, Schluss mit dem Bearbeiten! */ ein:

define( 'WP_DEBUG', true );
define( 'WP_DEBUG_LOG', true );
define( 'WP_DEBUG_DISPLAY', false );

Steht dort bereits define( 'WP_DEBUG', false );, ersetzen Sie diese Zeile. Rufen Sie die Website erneut auf und öffnen Sie anschließend wp-content/debug.log. Suchen Sie nach einer Zeile mit PHP Fatal error. Der Dateipfad darin verrät den Verursacher, zum Beispiel:

PHP Fatal error: Uncaught Error: Call to undefined function ...
in /wp-content/plugins/beispiel-plugin/includes/class-main.php:42

In diesem Beispiel ist das Plugin beispiel-plugin schuld.

Schritt 3: Plugin per FTP deaktivieren

Benennen Sie im Ordner wp-content/plugins/ das betroffene Plugin um, etwa von beispiel-plugin in beispiel-plugin-aus. WordPress findet das Plugin dann nicht mehr und deaktiviert es. Lädt die Website wieder, haben Sie den Übeltäter gefunden. Wissen Sie nicht, welches Plugin es ist, benennen Sie testweise den gesamten Ordner plugins um – und danach wieder zurück, um die Plugins einzeln zu prüfen.

Schritt 4: Theme als Ursache ausschließen

Zeigt das Log auf eine Datei in wp-content/themes/, benennen Sie den Ordner Ihres aktiven Themes um. WordPress wechselt dann automatisch auf ein installiertes Standard-Theme (z. B. „Twenty Twenty-Four“). Ist kein Standard-Theme vorhanden, laden Sie eines von wordpress.org herunter und per FTP nach wp-content/themes/ hoch.

Schritt 5: PHP-Version und Speicherlimit prüfen

Hat Ihr Hoster kürzlich die PHP-Version umgestellt, können Sie im Kundenmenü meist vorübergehend auf die vorherige Version zurückwechseln. Das ist eine Übergangslösung – langfristig sollten Sie veraltete Plugins ersetzen. Steht im Log „Allowed memory size exhausted“, erhöhen Sie das Limit in der wp-config.php:

define( 'WP_MEMORY_LIMIT', '256M' );

Greift das nicht, ist das Limit beim Hoster begrenzt und muss dort angepasst werden.

Schritt 6: Aufräumen

Funktioniert alles wieder, setzen Sie WP_DEBUG zurück auf false und löschen Sie die Datei debug.log – sie kann sensible Pfade enthalten. Aktualisieren Sie das reparierte oder ersetzte Plugin erst, wenn eine kompatible Version verfügbar ist.

Wann Sie besser Hilfe holen sollten

Wenn Sie keinen FTP-Zugang haben, das Debug-Log leer bleibt, mehrere Plugins gleichzeitig betroffen sind oder die Website geschäftskritisch ist (Online-Shop, Buchungen, Anfragen), lohnt sich professionelle Hilfe. Jede Stunde Ausfall kostet Umsatz und Vertrauen.

Häufige Fragen

Sind meine Inhalte bei einem kritischen Fehler verloren?

In aller Regel nicht. Beiträge, Seiten und Bilder liegen weiterhin in der Datenbank bzw. im Ordner wp-content/uploads. Die Meldung bedeutet nur, dass ein PHP-Fehler die Ausführung abbricht.

Warum tritt der Fehler oft direkt nach einem Update auf?

Updates ändern Code. Passt ein aktualisiertes Plugin nicht zu Ihrem Theme, einem anderen Plugin oder der PHP-Version Ihres Servers, entsteht ein „Fatal Error“ – und WordPress zeigt die Meldung zum kritischen Fehler an.

Ich habe keine E-Mail zum Wiederherstellungsmodus bekommen. Was nun?

Die E-Mail geht an die Administrator-Adresse unter Einstellungen → Allgemein und landet häufig im Spam. Kommt sie gar nicht an, bleibt der Weg über FTP: Debug-Log aktivieren und das verursachende Plugin oder Theme per Umbenennen deaktivieren.

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