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PHP2Shell: Ist Ihre WordPress-Website betroffen?

Aktualisiert am 25. Oktober 2026

Am 21. Oktober 2026 hat das PHP-Projekt zwei kritische Sicherheitslücken geschlossen, die unter dem Namen PHP2Shell durch die Nachrichten gehen. Gefunden wurden sie mit Hilfe künstlicher Intelligenz – und sie betreffen nicht irgendein Plugin, sondern PHP selbst: die Software, auf der jede WordPress-Website läuft. Fast 70 % aller Websites mit bekannter Server-Sprache nutzen PHP. Sicherheitsfirmen melden bereits Angriffe.

Die gute Nachricht: Sie können in wenigen Minuten prüfen, ob Ihre Website betroffen ist – und die Lücke lässt sich schließen. Hier erfahren Sie, wie.

Kurz zusammengefasst

  • PHP2Shell (CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619) erlaubt Angreifern, ohne Passwort eigenen Code auf dem Server auszuführen.
  • Betroffen sind alle PHP-Versionen von 5.4 bis 8.5, die Webseiten ausliefern – also auch WordPress.
  • Sicher sind: PHP 8.2.35, 8.3.36, 8.4.27 und 8.5.12 (oder neuer).
  • PHP 8.1 und älter bekommt vom PHP-Projekt kein offizielles Update mehr – hier hilft nur der Wechsel auf eine neuere Version.
  • Ein WordPress-Update allein schützt nicht.

Was ist PHP2Shell?

PHP ist die Programmiersprache, mit der Ihr Server jede Seite Ihrer WordPress-Website erzeugt. Die beiden Lücken stecken in der Art, wie PHP eingehende Anfragen verarbeitet. Ein Angreifer schickt eine speziell präparierte Anfrage an Ihre Website – und kann im schlimmsten Fall beliebige Befehle auf dem Server ausführen. Er braucht dafür weder ein Passwort noch ein Benutzerkonto.

Das Tückische: Der Angriff greift, bevor WordPress überhaupt startet. Sicherheits-Plugins, ein starkes Admin-Passwort oder aktuelle Plugins ändern daran nichts. Geschlossen wird die Lücke nur durch eine aktualisierte PHP-Version auf dem Server.

Was kann ein Angreifer anrichten?

  • Schadcode in Ihre Website einschleusen, der Besucher auf betrügerische Seiten umleitet
  • Kundendaten, Kontaktanfragen oder Bestellungen auslesen
  • Ihren Webspace für Spam-Versand oder weitere Angriffe missbrauchen
  • Ihre Website löschen oder unbrauchbar machen

Die Folgen gehen über den Ausfall hinaus: Google warnt Besucher vor gehackten Seiten, Hoster sperren betroffene Tarife – und bei gestohlenen Kundendaten drohen Meldepflichten nach der DSGVO.

Schritt 1: PHP-Version in WordPress prüfen

Melden Sie sich im WordPress-Dashboard an und öffnen Sie Werkzeuge → Website-Zustand. Wechseln Sie oben auf den Reiter Info und klappen Sie den Abschnitt Server auf. Dort steht unter PHP-Version zum Beispiel:

PHP-Version   8.3.36 (Unterstützt 64-Bit-Werte)

Vergleichen Sie Ihre Version mit dieser Tabelle:

  • 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36, 8.2.35 oder höher – PHP2Shell ist behoben.
  • 8.2, 8.3, 8.4 oder 8.5 mit niedrigerer Endziffer – Ihr Hoster muss PHP aktualisieren. Viele haben das bereits getan; manche spielen die Korrektur ein, ohne die Nummer zu ändern. Fragen Sie im Zweifel beim Hoster nach.
  • 8.1, 8.0, 7.x oder älter – Handeln Sie jetzt. Diese Versionen bekommen vom PHP-Projekt kein Update mehr. Wechseln Sie auf PHP 8.3 oder 8.4.

Schritt 2: Vor dem PHP-Wechsel absichern

Ein Wechsel der PHP-Version ist der Moment, in dem ältere Websites am häufigsten ausfallen. Plugins und Themes, die jahrelang nicht aktualisiert wurden, nutzen oft Funktionen, die es in neuen PHP-Versionen nicht mehr gibt. Bereiten Sie sich deshalb vor:

  1. Sicherung anlegen: Erstellen Sie ein vollständiges Backup von Dateien und Datenbank – im Kundenmenü Ihres Hosters oder mit einem Backup-Plugin. Prüfen Sie, dass die Sicherung wirklich heruntergeladen bzw. gespeichert ist.
  2. Alles aktualisieren: WordPress selbst, alle Plugins und das Theme unter Dashboard → Aktualisierungen.
  3. Veraltete Plugins finden: Plugins, die seit Jahren kein Update bekommen haben, sind die häufigsten Kandidaten für Probleme. Deaktivieren und löschen Sie, was Sie nicht mehr brauchen.

Schritt 3: PHP-Version beim Hoster umstellen

Die PHP-Version stellen Sie nicht in WordPress um, sondern im Kundenmenü Ihres Hosters. Bei IONOS, STRATO, Hostinger, netcup und den meisten anderen Anbietern finden Sie die Einstellung unter Begriffen wie PHP-Version, PHP-Einstellungen oder in den Einstellungen Ihres Webspaces bzw. Ihrer Domain. Wählen Sie PHP 8.3 oder 8.4 und speichern Sie. Die Umstellung wirkt meist nach wenigen Minuten.

Schritt 4: Website gründlich testen

Rufen Sie Ihre Website direkt danach auf – am besten in einem privaten Browserfenster – und prüfen Sie:

  • Startseite und einige Unterseiten
  • Die Anmeldung im WordPress-Dashboard
  • Kontaktformular – senden Sie sich selbst eine Testnachricht
  • Bei Online-Shops: Warenkorb und Kasse

Erscheint „Es gab einen kritischen Fehler auf deiner Website“ oder nur eine weiße Seite, verträgt sich ein Plugin oder Ihr Theme nicht mit der neuen PHP-Version. Wie Sie den Verursacher finden, erklären wir in der Anleitung Es gab einen kritischen Fehler auf deiner Website.

Wechseln Sie nicht dauerhaft auf die alte PHP-Version zurück. Als Übergang für wenige Stunden ist das vertretbar – aber solange die alte Version läuft, steht die Lücke offen.

Anzeichen, dass Ihre Website bereits angegriffen wurde

  • Unbekannte Administratoren unter Benutzer
  • PHP-Dateien im Ordner wp-content/uploads/ – dort gehören eigentlich nur Bilder und Dokumente hin
  • Besucher werden auf fremde Seiten umgeleitet, oft nur auf dem Smartphone oder nur bei Besuchern von Google
  • Google zeigt bei Ihrer Website eine Warnung oder fremde Suchergebnisse (z. B. Werbung für Medikamente)
  • Ihr Hoster meldet Spam-Versand oder sperrt Ihren Tarif

Bemerken Sie eines dieser Anzeichen, informieren Sie umgehend Ihren Hoster, ändern Sie alle Passwörter (WordPress, FTP, Datenbank, Hosting-Kundenmenü) und ziehen Sie einen Spezialisten für die Bereinigung hinzu. Die Entfernung von Schadsoftware gehört nicht zu meiner Notfall-Hilfe – das sage ich Ihnen lieber gleich ehrlich.

Wann Sie besser Hilfe holen sollten

Wenn Ihre Website nach dem PHP-Wechsel nicht mehr läuft, Sie keinen Zugang zum Hoster-Kundenmenü oder zu FTP haben oder Ihre Website geschäftskritisch ist – etwa ein Online-Shop oder Ihre wichtigste Quelle für Anfragen –, lohnt sich professionelle Hilfe. Ich finde den Fehler und bringe Ihre Website auf der neuen, sicheren PHP-Version wieder zum Laufen.

Quellen: PHP-Sicherheitsupdates vom 21.10.2026 (php.net), Datadog Security Labs, Help Net Security.

Häufige Fragen

Reicht es, WordPress und die Plugins zu aktualisieren?

Nein. Die Lücke steckt in PHP selbst – also in der Software, auf der WordPress läuft. Der Angriff greift, bevor WordPress überhaupt startet. Aktuelle Plugins und Sicherheits-Plugins schützen davor nicht. Geschlossen wird die Lücke nur durch eine aktualisierte PHP-Version auf dem Server.

WordPress zeigt eine ältere Versionsnummer an, z. B. 8.3.30. Bin ich ungeschützt?

Nicht unbedingt. Manche Hoster und Linux-Distributionen spielen Sicherheitskorrekturen ein, ohne die Versionsnummer zu ändern. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrem Hoster nach, ob PHP2Shell (CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619) für Ihren Tarif behoben ist. Bei PHP 8.1 und älter sollten Sie in jedem Fall auf eine neuere Version wechseln.

Nach dem Wechsel ist meine Website kaputt. Kann ich einfach zurückschalten?

Technisch meist ja – aber die alte Version bleibt angreifbar. Nutzen Sie das höchstens für wenige Stunden als Übergang und beheben Sie dann die Ursache, meist ein veraltetes Plugin oder Theme.

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